Kirchen

Reichardtswerben hat zwei Kirchen:

  • die Posendorfer Kirche (katholisch) und die
  • Reichardtswerbener Kirche (evangelisch)

 

Auszug aus dem „Reichardtswerbener Heimatbuche“

Aus der Zeit der mittelalterlichen Kirche liegen uns spärliche Nachrichten vor. Die Geschichte der Entstehung der beiden Gemeinden Reichardtswerben und Posendorf gibt das höhere Alter dem Dorfe Reichardtswerben.
Die hessischen Mönche aus dem Kloster Hersfeld holten die Zinsen von Wirbina (Reiohardtswerben) als Tribut für ihr Kloster. Sie, die mit den Zahlungen der vielen Gemeinden unserer Gegend für ihr eigenes irdisches Wohlergehen sich bemühten, leiteten dieses von Karl d. Gr. zugesprochene Recht mit aller Wahrscheinlichkeit aus der Seelsorge für diese Gemeinden her. Die zinspflichtigen Orte werden im Register des Klosters für das Jahre 780 und für die Jahre 881 bis 899 genannt.
(Hier liegt uns eine Urkunden-Kopie vor) mit der Nr. 206, Bizimendorpf=Posendorf, und mit der Nr. 239. Wirbina= Reichardtswerben.

Die geistliche Tätigkeit der Mönche bezog sich zunächst auf den fränkischen Stamm der Bevölkerung. Die Christianisierung der heidnischen Sorben hatten sprachliche Schwierigkeiten. Der Merseburger Bischof Boso, der als Gründer der Posendorfer Kirche gelten kann, beherrschte diese serbische Sprache.
Wo nun zuerst der Kirchenbau stattfand, ob in Reichardtswerben oder Posendorf, ist nicht zu ermitteln. Auffällig ist es, dass die Kirche Posendorf im Verzeichnis der Einkünfte des Merseburger Domkapitels am 9.Oktober 1330 als Parochialkirche genannt wird. Das kann aber auch als eine Willkür des Domkapitelschreibers gedeutet werden. Denn als HAUPTORT einer Parochie müsste dann Posendorf auch eine Pfarre gehabt haben. Dies lässt sich in dem winzig kleinen Dorfe mit 12 Bauernhöfen in keiner Weise nachweisen.
Vielmehr ist umgekehrt Posendorf durch viele Jahrhunderte hindurch in Hinsicht der kirchlichen Betreuung stets Anhängsel von Reichardtswerben gewesen. In den Visitationsakten vom Jahre 1540 wird gesagt, dass bis dahin, der Domprobst das Besetzungsrecht mit einem Pfarrer für Posendorf über 150 Jahre lang nicht ausgeübt hat. Dem Domprobst lag mehr daran, die Zinsen aus dem Dorfe zu erhalten.

Die Ortsgeschichte weist nach, dass vor der Reformation in Reichardtswerben auch eine katholische Kirche vorhanden war und dass der katholische Pfarrer von Markwerben die Filialkirchen Reichardtswerben und Posendorf mit betreute. Die ursprünglich nachweisbar sehr alten Posendorfer Kirchenglocken weisen auf ein hohes Alter der Posendorfer Kirche hin.