Alter der Dorfteile

  1. 250 – 530
    Zeitalter der Gründung der Siedlung Wuschleben durch Warnen aus Jütland
  2. 600 – 800
    Zeitalter der Gründung Wirbina (Reichardtswerben) durch die Sorben
  3. 600 – 800
    Zeitalter der Gründung Posendorf durch die Sorben
  4. 700 – 800
    Zeitalter der Gründung Richard – Werben durch die Franken
  5. 800 – 1300
    Zeitalter der Gründung Spötens durch die Franken
  6. 1300 – 1500
    Untergang von Wuschleben und Spöten. Entstehung Reichardtswerbens als größtes Amtsdorf in Pflege Weißenfels
  7. 1940 – 1945
    Das größere Reichardtswerben entsteht durch die Eingemeindung Posendorfs und die Aufnahme der Vertreibenen Ostpreußen, Sudeten und Schlesier.

Bis zum Jahre 1200 treten die Werbendörfer immer nur unter den Sammelnamen Wirbini oder Werbeni auf. 1231 erfahren wir zuerst etwas von dem bestehen einer Gemeinde Markwerben. 1231 hat nämlich nach einer Urkunde das Kloster Neuwerk in Halle vom Erzbischof von Magdeburg die Pfarrkirche zu Markwerben eingetauscht die ihm bisher zustehende St. Georgenkirche in der Vorstadt Glauchau.

Tagewerben und Reichardtswerben werden zum ersten Male genannt in der Gemeinschaft mit Burgwerben und Markwerben, in Lehnsbuche Friedrich d. Strengen v. J. 1349/50, und zwar als Reichardtswerben, Tannenwerben, Burgwerben und Marcwerben.
Die ersten fränkischen Siedler in Reichardtswerben sind vermutlich die „24 Berechtigten“ gewesen, während die Urkunde für Posendorf (1300) von 18 berechtigten Häusern inkl. der Kirche sprechen.

Das Wachstum der beiden Dörfer Reichardtswerben und Posendorf sei hier nur kurz gestreift:

  • 1617 hatte Posendorf 14 Häuser, jetzt über 40
  • 1619 hatte Reichardtswerben 71 häuser, jetzt über 220
  • 1827 zählte es rund 500 Einwohner,1946 über 3000 mit Posendorf
  • 1862 hatte es 31 Häuser und 204 Einwohner

Durch die Kriegsauswirkung und den Kriegsausgang und damit verbunden die Vertreibung der Menschen aus den Ostgebieten war unser Ort überbevölkert. Mehr als 3000 Menschen hausten in jedem halbwegs bewohnbaren Raume. Erst nach und nach normalisierte sich die Einwohnerzahl auf ein vernünftiges Maß durch den Weiterzug von vielen Flüchtlingen nach Westdeutschland und in die Städte. So sind es 1340 Einwohner.

Und die Zahl wird immer weiter zurückgehen weil sehr viele junge Menschen ihre Heimat aus wirtschaftlichen Gründen verlassen und nach den alten Bundesländern auswandern.

(aus der Festschrift zur 1125-Jahrfeier, Herbert Vogler)